Jeden Morgen und Nachmittag, wenn Eltern/Erziehungsberechtigte die Garderobe des Kindergartens betreten oder ihr(e) Kind(er) z. B. auch im Hort abholen, finden bedeutende Übergänge im Alltag eines Kindes statt. Diese Momente markieren den Wechsel zwischen der familiären Umgebung und der Bildungseinrichtung, was für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung ist.
Kinder brauchen die Sicherheit, dass ihre beiden Lebenswelten keine getrennten Inseln sind. Stattdessen sollten diese Welten durch Brücken aus Vertrauen und Austausch fest miteinander verbunden sein. Eine gelingende Erziehungspartnerschaft gilt als zentraler Motor für die kindliche Entwicklung.
Damit dieser Motor gut läuft, müssen Eltern und Fachpersonen an einem Strang ziehen. Fachpersonen können feinfühliger auf Kinder reagieren, wenn sie über unruhige Nächte, fehlendes Frühstück oder aufregende Erlebnisse der Kinder informiert werden.
Auf diese Weise können aktuelle Impulse des Kindes aufgegriffen und sowohl inhaltlich als auch emotional im pädagogischen Alltag möglichst widerspruchsfrei begleitet werden. Ohne diese Brücken ist der Übergang zwischen den beiden Lebenswelten für Kinder viel zu schwierig zu bewältigen.

Gegenseitiger Respekt als Basis
Partnerschaftliche Zusammenarbeit setzt dabei keine vollständige Übereinstimmung voraus, sondern basiert auf dem Grundsatz des gegenseitigen Respekts. Dabei gilt:
- Pädagogisches Handeln öffnet den Raum für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien. In der gemeinsamen Zusammenarbeit entsteht so ein Umfeld, in dem Kinder sich sicher fühlen und ihre vollen Entwicklungsmöglichkeiten entfalten können.
- Erziehungspartnerschaft wird als Beziehungsarbeit verstanden und benötigt Zeit sowie ehrliche Dialoge, um über das Kind ins Gespräch zu kommen.
- Gelingende Zusammenarbeit beruht auf Wertschätzung. Eltern sind Expert*innen für ihr Kind und Fachpersonen sind Expert*innen darin, wie sie Kinder im pädagogischen Alltag begleiten.
Durch das Vorleben von Respekt und Zusammenarbeit wird dem Kind die aktuell benötigte Sicherheit gegeben und gleichzeitig die Basis für soziale Kompetenzen im weiteren Leben geschaffen.

Literaturverzeichnis
- Knoll, M. (2025). Elternkooperation in der Kindheitspädagogik. In Perspektiven auf Kindheitspädagogik: Grundlagen, Potenziale und Herausforderungen (pp. 389-407). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
- Elvethon, E., Løkken, I. M., Svensson, H. B., & Moser, T. (2025). Early childhood settings as a ramp for inclusion: Staff and parents’ collaborations to promote peer relations. IntechOpen. https://doi.org/10.5772/intechopen.1010445
- Pölzl-Stefanec, E. (2025). Communication matters: A mixed methods study on parent–professional interactions during early childhood education and care transitions. Early Childhood Education Journal. https://doi.org/10.1007/s10643-025-02021-7





